Neuer Staatssekretär im BMVg
Bonn/Berlin. Bundesminister der Verteidigung, Dr. Franz Josef Jung, hat Ministerialdirektor Rüdiger Wolf zum Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung ernannt. Herr Wolf wurde damit Nachfolger des zum 31. Dezember 2007 wegen Erreichens der Altersgrenze in den Ruhestand getretenen bisherigen Staatssekretär Dr. Peter Eickenboom. Bisher hatte Staatssekretär Wolf im Bundesministerium der Verteidigung die Haushaltsabteilung geleitet und ist nun als Staatssekretär wie sein Vorgänger im Amt für die Bereiche Haushalt und Rüstung zuständig. Dr. Eickenboom war im Bendlerblock mit einer feierlichen Serenade durch den Bundesverteidigungsminister verabschiedet worden.
|
Klima-Anzug für Panzerbesatzungen
Rellingen. Unter der Bezeichnung »Microclimate Suit« bietet die in Rellingen bei Hamburg ansässige Firma Autoflug seit kurzem eine Klima-Unterbekleidung für Besatzungen von gepanzerten Fahrzeugen an, die speziell für Einsätze unter extremen klimatischen Bedingungen ausgelegt ist.
Mittels eines den Träger umfließenden, regelbaren trockenen Luftstroms unterstützt die Bekleidung die natürliche Wärmeregulierung des menschlichen Körpers und ergänzt bzw. ersetzt die Wirkung der Klimaanlage. Wie ein Overall deckt der Microclimate Suit alle Körperteile ab, wird unter der Panzer-Kombi getragen und ist auch im abgesetzten Einsatz verwendbar. Der individuell regelbare Luftstrom absorbiert den Schweiß am Körper des Trägers und gibt die Feuchtigkeit an die Außenluft ab. Nach Angaben des Herstellers ist die Unterbekleidung für Außentemperaturen bis zu 49°C (trockenes Klima) und eine Luftfeuchtigkeit von bis zu 100 % (bei Temperaturen von 26° bis 35°C) einsetzbar und wirksam, wobei die Innentemperatur des Fahrzeugs bis zu 60°C und die Außentemperatur auf der Fahrzeugoberfläche bis zu 85°C betragen kann. Das Prinzip des »Microclimate Suit« beruht auf den bereits in größeren Stückzahlen an die Luftwaffe gelieferten ähnlichen Klima-Unterbekleidungen.
|
Kassel. Bei der 17. Bundesdelegiertenversammlung des Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V. in Kassel wurde die Führungsspitze mit der Wiederwahl von Präsident Ernst-Reinhard Beck, MdB, und seinem Stellvertreter Gerd Höfer, MdB, im Amt bestätigt. Anwesend waren rund 170 Delegierte aus allen Gliederungen des Verbandes. Ernst-Reinhard Beck begrüßte die Anwesenden mit dem Wunsch, »dass es uns gemeinsam gelingt, Entscheidungen und Beschlüsse herbeizuführen, die den Reservistenverband attraktiver machen, die uns als verlässlichen Partner der Bundeswehr bestätigen, die unsere gesellschafts- und sicherheitspolitische Position bestärken und die den Fortbestand und die Zukunft des Verbandes sichern.«
Am Sonntag lud das neu gewählte Präsidium zu einem Festakt mit anschließendem Empfang ein. Die Festansprache vor fast 300 Gästen und Delegierten hielt der Bundesminister der Verteidigung, Dr. Franz Josef Jung. Er sprach die angesichts der sich ändernden Bedrohungslage entstandenen neuen Anforderungen an die Streitkräfte und Soldaten an. Die Unterstützung durch Reservisten als Mittler und im aktiven Einsatz zum Schutz Deutschlands werde unerlässlich und gestalte sich als ein Schritt in die Zukunft. Vor allem in Belangen der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit sei die hohe Einsatzfähigkeit bereits erwiesen worden.
Mit dem Beschluss einer neuen Satzung hat sich der Verband konzeptionell, strukturell und inhaltlich den gesellschafts- und sicherheitspolitischen Änderungen gestellt. Die Kernpunkte der neuen Satzung: Konsequente Umsetzung der Konzeption 2015; Identitätsgrundsatz: ein Verband, ein Auftrag, eine Zukunft; Verpflichtung zur Interessenvertretung und lebenslangen Betreuung der Reservisten; Bekenntnis zum parlamentarischen Auftrag und zur vielfältigen Unterstützung der Bundeswehr; klare Regelung der Führung und Verantwortung zwischen den Bundesdelegiertenversammlungen; Handlungsmaxime für das Präsidium und Erweitertes Präsidium: Das Ganze vor den Teilen sehen; Erweiterung des Präsidiums um das Ressort »Wirtschaft und Berufsleben« und inhaltliche Neuorientierung der bisherigen Ressorts.
|
Erste F 125 ausgeliefert als Modell
Bonn. Auf der Bonner Hardthöhe ist die Fregatte F1 25 bereits angekommen, nämlich als Modell. Dr. Hans-Christoph Atzpodien, Vorstandsvorsitzender ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS), und Christian Stuve, Leiter des Berliner Büros von TKMS, übergaben im Bundesministerium der Verteidigung die Dauerleihgabe an den Inspekteur der Deutschen Marine.
Das Modell ist im Maßstab 1:100 gestaltet und veranschaulicht plastisch die Umsetzung modernster Technologien für den neuen Schiffstyp. An Konstruktion, Bau und Lieferung der insgesamt vier Fregatten des Typs F125 sind die Standorte Hamburg und Emden von ThyssenKrupp Marine Systems beteiligt. Die Ablieferung der ersten Einheit ist für das Jahr 2014 vorgesehen.
|
ISIE die neue Wissensplattform von ESG
Fürstenfeldbruck. Nach dem Verständnis der Bundeswehr ist die effektive Organisation von Wissen ein entscheidender Faktor für den erfolgreichen Einsatz von Streitkräften in Konfliktsituationen. Informationsund Wissensüberlegenheit führen zu Führungs- und Wirkungsüberlegenheit. Information alleine bedeutet jedoch noch nicht Wissen. Erst wenn Daten und Dokumente analysiert, Fakten und Zusammenhänge erkannt und im aktuellen Kontext individuell bewertet werden, entsteht aus einer unstrukturierten Informationssammlung Wissen. Wissensüberlegenheit setzt Qualität und das Auffinden relevanter Informationen voraus.
Die von ESG entwickelte Softwarelösung ISIE (Interaktives System zur Informationserschließung) unterstützt als technische Plattform Anwender dabei, Informationen zu gewinnen, Zusammenhänge zu erkennen und als Entscheidungsgrundlage in konkrete Planungen einzubinden. Die mit Nachrichtengewinnung und Aufklärung betrauten Dienststellen des Bundes verfügen über eine Vielzahl unterschiedlicher Informationsquellen, wie Datenbanken, Fachinformationssysteme, Dokumente in Fileservern oder das Internet. Bisher wurden verschiedene Suchmaschinen genutzt, um die benötigten Informationen aus diesen unterschiedlichen Quellen zu generieren. Ein plattform übergreifendes System stand nicht zur Verfügung.
Im Gegensatz dazu durchforstet ISIE alle relevanten Informationsquellen extern und intern. Die semantische Suchmaschine ist intuitiv steuerbar und ermöglicht die Recherche in allen gängigen Dokumenttypen. Das System generiert automatisch Zusammenfassungen von Texten, verfügt über eine automatische Erkennung von Eigennamen und ermöglicht erstmals die textbasierte Recherche in automatisch oder manuell verschrifteten Sprachaufzeichnungen. Bei der Suche im Internet ist ISIE im Unterschied zu gängigen Suchmaschinen mit einem so genannten »deep web crawler« ausgestattet. Damit können auch Webseiten durchsucht werden, die herkömmlichen Suchmaschinen nicht zugänglich sind. Nach aktuellen Schätzungen sind dies mehr als 98 Prozent aller im Web verfügbaren Informationen.
ISIE wurde als offene Technologieplattform unter Einbeziehung etablierter Open-Source-Standards realisiert. Durch die offene und serviceorientierte Architektur des Systems lassen sich bereits bestehende Funktionalitäten mit Lösungsbausteinen anderer Anbieter kombinieren. Der Entwicklung des Systems waren zwei Studien vorangegangen. Für das Zentrum für Transformation der Bundeswehr (ZTransBw) hatte die ESG in den vergangenen Jahren Untersuchungen zum Thema Wissensüberlegenheit der Bundeswehr durchgeführt; das Amt für Geoinformationswesen der Bundeswehr (AGeoBw) war bei der Frage nach Standardisierungen von Internetrecherchen beraten worden.
|
LEOPARD 2 bewährt sich gegen IEDs
Rellingen. Der Online-Newsletter der kanadischen Botschaft in Berlin berichtete, dass einer der 20 von den kanadischen Streitkräften geliehenen und in Afghanistan eingesetzten deutschen LEOPARD 2A6M in der Nähe von Kandahar von einer Sprengfalle (Improvised Explosive Device IED) getroffen wurde. Die Sprengladung hatte ein Gewicht von ca. 15 kg und damit eine deutlich höhere Sprengkraft als eine herkömmliche Panzermine. Drei Besatzungsmitglieder erlitten lediglich Prellungen, ein viertes brach sich die linke Hüfte.
Die LEOPARD 2A6M CAN sind mit einem integrierten Minenschutz versehen und waren vom Generalunternehmer Krauss-Maffei Wegmann vor der Auslieferung an die kanadischen Streitkräfte im August speziell für den Einsatz im Süden Afghanistans ausgerüstet worden. Teil dieser besonderen Schutzausrüstung ist der von der Firma Autoflug gelieferte Fahrersitz mit der Bezeichnung »Dynamic Safety Seat«, der speziell für den Schutz gegen IEDs und Minen konstruiert ist. Der Sitz ist nicht am Boden befestigt, sondern an der Decke der Panzerwanne mit vier flexiblen Verbindungen aufgehängt, so dass eine direkte Übertragung der Schockwelle auf den Fahrer ausgeschlossen wird. Die drei Verbindungen am Boden der Panzerwanne dienen der Ausrichtung und Positionierung. Der Sitz auf textiler Basis zeichnet sich zudem durch ein geringes Gewicht und Volumen aus und reduziert die auf den Fahrer übertragenen Vibrationen des Fahrzeugs auf ein Minimum. Das innovative 6-Gurt-System wird mit dem Druck auf eine einzige Schnalle (Quick-Release-Buckle QRB) geöffnet.
Der Dynamic Safety Seat wurde für den LEOPARD 2A6M getestet und qualifiziert und ist bei allen diesen Varianten neben Deutschland also auch in den Niederlanden, der Schweiz und Norwegen in Verwendung. Aufgrund der Erfahrungen mit dem deutschen Panzer hat sich auch die U.S. Army dafür entschieden, ihre M1 ABRAMS-Flotte mit einem zusätzlichen Minenschutz auszustatten, der ebenfalls die Einrüstung des Dynamic Safety Seat vor-sieht. Die ersten 600 Sitze für dieses Programm wurden bereits ausgeliefert. Mit den Serien 200, 300 und 400 stellt Autoflug auch für andere Typen von gepanzerten Fahrzeugen Sitze her, die für den Einsatz in IED- und Minen-Szenarios ausgelegt sind.
|
TAURUS KEPD 350 an Spanien
Schrobenhausen. TAURUS Systems GmbH, ein Tochterunternehmen von MBDA Deutschland/LFK GmbH und Saab Bofors Dynamics, hat die ersten beiden TAURUS KEPD 350 Flugkörper vorzeitig an die spanische Luftwaffe zur Bewaffnung des Kampfflugzeugs EF-1 8 geliefert. Die Flugkörper werden im Rahmen der Integrationsarbeiten an der EF-1 8 für Tragflugversuche eingesetzt. Die Integration wird voraussichtlich im ersten Quartal 2008 abgeschlossen. Spanien hat insgesamt 43 Flugkörper bestellt. Deutschland und Spanien haben darüber hinaus ihre Absicht erklärt, TAURUS KEPD 350 an den Eurofighter/Typhoon zu integrieren.
»Die Lieferung der ersten beiden Flugkörper ist ein wichtiger Schritt zur Zulassung des TAURUS an der EF-1 8. Die spanische Luftwaffe erhält mit TAURUS KEPD 350 den leistungsfähigsten Flugkörper seiner Klasse. Das Flugkörpersystem wird dazu beitragen, dass die spanische Luftwaffe die ihr gestellten, herausfordernden Aufgaben in Zukunft noch besser erfüllen kann. Als erster Exportkunde ist Spanien für TAURUS strategisch von großer Bedeutung«, sagte Helmut Hederer, Geschäftsführer der TAURUS Systems GmbH.
|
Rolls-Royce baut High-Tech Testzentrum
Dahlewitz. Rolls-Royce wird ein hochmodernes Zentrum zur Durchführung von Tests an Gasturbinenkomponenten in Dahlewitz errichten. Mit einem Investitionsvolumen von mehr als 50 Mio. Euro entsteht ein Versuchszentrum, das circa 100 hoch qualifizierte Ingenieure und Techniker beschäftigen wird. Das Projekt wird zu 30% mit Mitteln des Landes Brandenburg im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe Aufbau Ost gefördert. Als Centre of Excellence wird das neue Zentrum der mechanischen und strukturellen Evaluierung von Gasturbinenkomponenten für aktuelle und künftige Rolls-Royce Programme dienen. Das geplante Gebäude wird auf mehr als 6.000 Quadratmetern angrenzend an Rolls-Royce Deutschland im Gewerbegebiet Dahlewitz entstehen. Bis Mitte 2009 sollen die Baumaßnahmen abgeschlossen sein, so dass das Testzentrum Anfang 2010 seine Arbeit vollständig aufnehmen kann. Mobile Testanlagen werden einen platzsparenden Aufbau der jeweiligen Versuchsanordnungen ermöglichen und somit die Grundlage schaffen, zukünftige Triebwerksprogramme sowohl in der Entwicklungsphase als auch im späteren Betrieb effizient und flexibel zu unterstützen.
|
Sieger bei Ausschreibung für Feldlager
Winnenden. FLM drei Buchstaben, die für Feldlager Luftverladbar Modular stehen. Kärcher Futuretech ging als Sieger einer Ausschreibung der Bundeswehr über ein Feldlager für 150 Personen hervor. Das FLM setzt sich aus insgesamt zwölf Komponenten zusammen. Auf das Portfolio von Kärcher Futuretech als Generalunternehmer entfallen die Bereiche Sanitär, Wasseraufbereitung und -verteilung sowie die in der zweiten Phase hinzukommenden Komponenten der Verpflegungssysteme und Wäschereien. Die Firma Schall ist für das Stauraumkonzept verantwortlich und liefert die luftgestützten Zelte. Als weitere Unterauftragsnehmer agieren die Firmen Fischer (Transportbehälter) und Gerlich (Waffenkammer). Alle Funktionseinheiten sind auf einer standardisierten Transportpalette, der so genannten Universal-Transport-Plattform (UTP) befestigt. Insgesamt 85 UTPs sind auf 85 gleichen Tandem-Achs-Anhängern verlastet und können mit dem Transporthubschrauber CH-53 an den Einsatzort gebracht werden. Zum Be- und Entladen steht ein separates Hubstützensystem zur Verfügung. Ein Vorteil des modularen Systems besteht darin, dass die Funktionseinheiten auch auf 50 Personen herunter brechbar sind. Erste Komponenten hat die Bundeswehr bereits Ende des letzten Jahres erhalten. Das Auftragsvolumen beträgt fünf Mio. Euro. Langfristig plant die Bundeswehr die Anschaffung von 40 Feldlagern.
|
NH90-Hubschrauber für Frankreichs Heer
Marignane. Die französische Rüstungsbeschaffungsbehörde DGA (Délégation Générale pour l’Armement) hat über die NAHEMA beim Unternehmenskonsortium NHIndustries 68 Hubschrauber vom Typ NH90 in der Heeresversion TTH (Tactical Transport Helicopter) geordert, wobei zwölf dieser Maschinen fest in Auftrag gegeben wurden. Der Gesamtauftragswert beziffert sich auf 1,8 Mrd. Euro einschließlich Steuern. 2008 wird Frankreich weitere 22 Hubschrauber bestellen, 2010 dann erneut 34. Die Hubschrauber für das französische Heer werden am Eurocopter-Stammsitz in Marignane hergestellt.
Für Dr. Lutz Bertling, CEO von Eurocopter, beweist dieser Auftrag, dass der NH90 dem Transporthubschrauberbedarf der kommenden Jahre exakt entspricht. Darüber hinaus zeugt er von dem Vertrauen, das Frankreichs Heer den Produkten und Unterstützungsleistungen von Eurocopter entgegenbringt.
Der NH90 ist ein Hubschrauber der 9-bis 10-Tonnen-Klasse und wird zur Erneuerung der Hubschrauberflotten für die Einsatzarten taktische Truppentransporte und U-Boot-Jagd beschafft. Der NH90 wurde als gemeinsames Programm der vier Staaten Deutschland, Frankreich, Italien und Niederlande aufgelegt, später stießen Portugal und Belgien hinzu. Außerdem haben die Länder Schweden, Finnland, Norwegen, Griechenland, Oman, Australien, Neuseeland und Spanien den NH90 bestellt. Mit diesem jüngsten Auftrag steigt der feste Auftragsbestand für den NH90 auf 507 Maschinen.
|
Eurofighter-Konsortium unter Vertrag für Saudi-Arabien
Hallbergmoos. Die Eurofighter GmbH hat mit Anteilseigner BAE Systems die Vertragsdokumente für die Produktion von 72 Eurofighter Typhoon für das Königreich Saudi-Arabien unterzeichnet. Aloysius Rauen, Chief Executive Officer der Eurofighter GmbH, hebt die Bedeutung dieses Vertrags für das europäische Gemeinschaftsprogramm hervor: »Dieser Vertrag besiegelt den zweiten Exporterfolg für den Eurofighter Typhoon, das fortschrittlichste Mehrzweck-Kampfflugzeug der Welt. Und er unterstreicht die Rolle des Programms als Weltmarktführer im Segment der Kampfflugzeuge der nächsten Generation. Dieser Erfolg ist Beleg für die Leistungsfähigkeit der europäischen Luftfahrtindustrie. Kein europäischer oder internationaler Hersteller eines solchen Flugzeugs kann ein größeres Auftragsvolumen vorweisen als das Eurofighter-Konsortium. Es ist einer der größten Exportaufträge seit den frühen 90er Jahren.«
Die Eurofighter GmbH wird einen wesentlichen Beitrag bei der Produktion und der späterer logistischen Betreuung des Systems leisten, im Unterauftrag von BAE Systems. Das Unternehmen fungiert gegenüber dem britischen Verteidigungsministerium als Hauptauftragnehmer. Mit dem Königreich Saudi Arabien haben nunmehr sechs Nationen insgesamt 707 Maschinen geordert: Deutschland 180, Italien 121, Spanien 87, Großbritannien 232, Österreich 15, Königreich Saudi-Arabien 72. Bis heute wurden 137 Serienmaschinen ausgeliefert, einschließlich sechs Flugzeugen für Testzwecke (Instrumented Production Aircraft), die von der Industrie betrieben werden: 48 an die Royal Air Force, 37 an die deutsche Luftwaffe, 26 an die italienischen und 18 an die spanischen Luftstreitkräfte sowie zwei an Österreich. Die Eurofighter-Typhoon-Flotte bei den Luftstreitkräften hat seit Einführung Anfang 2004 über 28.000 Flugstunden absolviert, die Testflotte bei der Industrie über 5.500 Flugstunden. 30 Tranche-2-Flugzeuge befinden sich in der Endmontage. Avionikund Triebwerkstests für die Zulassung der Tranche 2 haben bereits begonnen, sie wird erwartet für das Frühjahr 2008. Auslieferungen der neuen Version sollen im Frühsommer 2008 beginnen.
|
Netzwerkanteil für das Mobile Kommunikationssystem der Bundeswehr
Ottobrunn. EADS Defence & Security (DS) hat vom Bundesamt für Informationsmanagement und Informationstechnik der Bundeswehr den Auftrag für die Lieferung des Netzwerkanteils Mobiles Kommunikationssystem Bundeswehr (MobKommSysBw) erhalten. Mit einem Vertragsvolumen von knapp 14 Mio. Euro ist dies eines der größten Vorhaben der Bundeswehr im Bereich der taktischen Kommunikationssysteme, das in den letzten Jahren vergeben wurde. Für Defence and Communications Systems (DCS), einem integrierten Geschäftsbereich von DS, ist dies ein Schlüsselauftrag im Bereich »Grüne IT der Bundeswehr«. Die ersten Lieferungen sind für das zweite Quartal 2008 geplant.
Das System MobKommSysBw besteht aus dem neu zu liefernden Netzwerkanteil und einem bereits bei der Bundeswehr vorhandenen Übertragungsanteil in Richtfunktechnik. Der Netzwerkanteil stellt das zentrale Element mit der Befähigung zur vernetzten Operationsführung zwischen allen Ebenen im Einsatz, der Anbindung an das Heimatland sowie zu Verbündeten und Partnern dar. Damit hat dieser Auftrag eine besondere Bedeutung für die Bundeswehr im Einsatz. Zum ersten Mal setzt die Bundeswehr im Vorhaben MobKommSysBw für den Bereich verlegbarer, taktischer Netze vollständig auf den Einsatz ziviler Kommunikationsstandards auf der Basis der IP-Technologie. Die angebotene Lösung stützt sich im Netzwerkbereich im Wesentlichen auf die Produkte des Marktführers Cisco, mit dem DCS seit Mitte dieses Jahres eine strategische Technologiepartnerschaft geschlossen hat. Deren Ergebnisse fließen direkt in die vorgesehene Netzwerkarchitektur MobKommSysBw ein. DCS hat hier die Fähigkeit entwickelt, ein solches System für den Einbau in geschützten Kabinen tauglich zu machen. Die wesentlichen der beauftragten Komponenten sind 30 verlegefähige Systemtrupps, 10 verlegefähige Netzwerkmanagementtrupps, entsprechende Ausbildungsanlagen, eine ortsfeste Netzwerkmanagementanlage, Ausbildungsleistungen und Dokumentation. Der Netzwerkanteil deckt den Anfangsbedarf für das Weitverkehrssystem der Streitkräftebasis ab.
|
Nachweis des Link22-Konzepts
Bremen. Eine Weltpremiere hat es vor kurzem auf dem finnischen Marinestützpunkt Upinniemi gegeben: Aus drei funktionsfähigen Link22-Systemen ist ein Link22-«Super-Network« konfiguriert worden. Ein Link 22-System war dabei mit einem operationellen Führungs- und Waffeneinsatzsystem (CMS) an Bord eines »Fast Attack«-Schiffes der Hamina-Klasse der finnischen Marine verbunden. Es handelte sich um den ersten Funktionsnachweis dieser Art eines Link22-Systems, wobei Live Sensordaten von einem CMS in Echtzeit in einem Link22-Netz übertragen wurden. Die Untersuchung der Daten zeigte, dass das Konzept einwandfrei funktionierte. Die aufgezeichneten Daten wiesen keine Datenverluste auf.
Die finnische Marine, unterstützende Organisationen wie NILE-PMO und das Bundesamt für Informationsmanagement und Informationstechnik der Bundeswehr, die Dienststelle C4 (IT-AmtBw C4) sowie die beteiligten Firmen EADS-DCS, ATLAS Elektronik, Telefunken RACOMS und Rohde & Schwarz erbrachten einen Konzeptnachweis, indem ihre jeweiligen Komponenten in zwei unabhängige Link22-Netze integriert und miteinander verbunden wurden und so zusammen ein so genanntes »Super-Network« bildeten. Finnland sucht derzeit ein taktisches Datenlink für die Marine und sein Interesse gilt dem Link22-System. Deutschland als »Host-Nation« unterstützt Finnland dabei.
Nach Abschluss der mehr als 10-jährigen Entwicklungsarbeit durch die »NILE«-Nationen (NATO Improved Link Eleven) wurde für das Link22-System nun mit der Hardware-Implementierung und -Integration an Bord von Marineplattformen für die sieben beteiligten »N ILE«-Nationen begonnen. Verglichen mit dem Link11-System, das auf der gleichen funktechnischen Umgebung basiert, hat das Link22-System bessere technische Eigenschaften wie eine höhere Datenrate. Außerdem ist der Datenlink deutlich robuster.
Die Idee, einen Funktionsnachweis durchzuführen, wurde Anfang 2007 von der finnischen Marine vorgebracht, die die Industrie bat, diese Demonstration durchzuführen. Die finnische Marine bot an, den Ort für den Funktionsnachweis, die erforderlichen Geräte der finnischen Marine sowie das militärische Personal für die Demonstration bereitzustellen. Der Funktionsnachweis fand unter der Leitung von Kommandeur Pentti Holopainen, ACOS M6, vom finnischen Marinehauptquartier statt.
|
Mit neuesten Identifizierungssystemen ausgerüstet
Ottobrunn. EADS Defence & Security (DS) rüstet die Schiffe der Deutschen Marine mit Identifikationssystemen zur Vermeidung von Konfrontationen mit unbekannten Flugzeugen aus. Die so genannten IFFSysteme (IFF = Freund-Feind-Identifizierung) arbeiten aufgrund hoch entwickelter Digital- und Verschlüsselungstechnik nach dem neuesten Identifizierungsverfahren Mode-S, das durch rasche Erkennung von Flugzeugen kritische Situationen wie beim UNIFIL-Einsatz vor der Küste Libanons verhindern soll.
Defence Electronics, ein integrierter Geschäftsbereich von EADS Defence & Security, hat im Oktober in Rekordzeit von nur 20 Tagen von der Anforderung durch den Kunden bis zum Auslaufen in Richtung Libanon zwei weitere Schnellboote vom Typ S143A mit dem Identifikationssystem MSSR 2000 I ausgerüstet und abgenommen. Damit sind seit Anfang des Jahres neun Marineschiffe ausgerüstet worden; weitere sollen bis Anfang 2008 folgen.
Die Identifikationssysteme, so genannte Sekundärradare MSSR 2000 I, liefern aufgrund z.T. verschlüsselt ausgesendeter Abfragen und automatischer Antworten der Flugzeuge eine Übersicht über die Luftlage. Dies komplettiert die bislang vorhandenen Informationen des Primärradars und verbessert so die Überwachung von Krisenregionen. Da eine rasche und zuverlässige Identifikation eigener Kräfte erfolgt, können so vor allem in multinationalen Einsätzen versehentliche Angriffe auf eigene Kräfte vermieden werden.
MSSR 2000 I ist auf Schiffen der Deutschen Marine vom Typ F122, F123, K130 und S143a eingerüstet. Außerdem ist das System bei den Seestreitkräften Frankreichs, Norwegens und Finnlands sowie zusammen mit Luftverteidigungs- und Verkehrsüberwachungsradaren u.a. in Deutschland, Portugal, Litauen, den Niederlanden, Bulgarien, der Slowakei, Malaysia und künftig auch auf den Philippinen im Einsatz. Das MSSR 2000 I ist das weltweit einzige militärisch qualifizierte Mode S Enhanced Surveillance Sekundärradar, das auch Mode 5 Fähigkeiten bietet.
|
Studie zur Risikominimierung für UAV
Ottobrunn. EADS Defence & Security (DS) ist mit der Studie zur Risikominimierung eines innovativen UAV-Projekts (UAVUnmanned Aerial Vehicle) beauftragt worden. Auftraggeber dieser Studie ist das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB), das im Namen der Regierungen von Frankreich, Spanien und Deutschland handelt. DS führt mit der auf 15 Monate Bearbeitungszeitraum angesetzten Studie die Fähigkeitsanforderungen der drei Partnerstreitkräfte für dieses spezielle unbemannte System zusammen und definiert eine gemeinsame technische Lösung. Die Ergebnisse dieser so genannten »Risk Reduction Study« werden dann bei der künftigen Entscheidung über die Entwicklung eines modularen UAV-Systems zur Aufklärung, Zielerfassung und Überwachung berücksichtigt.
Als Antwort auf die Anforderungen, die sich aus den Einsatzszenarien ergeben, bieten sich autonom operierende, jetgetriebene unbemannte Flugzeuge an: Zum einen können diese in hohen Flughöhen lange über dem Einsatzgebiet bleiben. Auf der anderen Seite sind sie auch für den Tiefflug über gegnerischem Gebiet geeignet. Ihr Jetantrieb sichert in beiden Fällen die erwünschten spezifischen Flugleistungen sowie die notwendigen Bordstromkapazitäten für den Betrieb von Hochleistungssensoren und -datenverbindungen.
Modular aufgebaut sind sowohl die Flugzeugzellen als auch die Missionsausstattungen der unterschiedlichen UAV-Versionen. Eine gemeinsame Basisplattform findet somit für verschiedene Einsatzprofile Verwendung: Sie kann einerseits zu einem in großer Höhe operierenden Überwachungsflugzeug mit weitreichenden abbildenden Sensoren und leistungsfähigen Datenfunkverbindungen ausgerüstet werden. Andererseits kann das modulare System mit entsprechender Missionsausstattung Ziel- und Wirkungsaufklärung durchführen. Damit könnte diese Version des UAV Aufgaben übernehmen, die heute zum Beispiel die Aufklärungs-Tornados der Bundeswehr erfüllen. Die unbemannten Flugzeuge sind, den jeweiligen Anforderungen entsprechend, in Daten- und Führungsfunknetzwerke eingebunden. Im Rahmen der Studie zur Risikominimierung untersuchen Thales aus Frankreich, Indra aus Spanien und der DS-Geschäftsbereich Defence Electronics den Radar-Sensor und analysieren die mögliche gemeinsame Entwicklung und Integration eines SAR-Sensors (Synthetic Aperture Radar) für ein derartiges UAV.
|
Carl von Clausewitz-Preis verliehen
Burg. Der Oberbürgermeister Bernhard Sterz (SPD), der Vorsitzende des Burger Stadtrats, Volker Kuhlwilm (CDU), und der Kustos der Clausewitz-Erinnerungsstätte, Studienrat a.D. Klaus Möbius, übergaben den Carl von Clausewitz-Preis der Stadt Burg im Rathaus an General a.D. Dr. phil. Klaus Reinhardt. Gewürdigt werden soll mit der Preisübergabe das ganz persönliche Engagement als Vizepräsident und später als Präsident der Clausewitz-Gesellschaft beim Aufbau der Clausewitz Erinnerungsstätte in der Kreisstadt Burg sowie bei der Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltungen zum 225. Geburtstag des großen Militärphilosophen, die der Stadt Burg ein hohes Renommee eingebracht haben.
Sterz dankte dem Preisträger für all das, was er für die Stadt Burg und vor allem für die Erinnerung an Carl von Clausewitz geleistet hat. Das Stadtoberhaupt abschließend: »Ich denke, der Philosoph Carl von Clausewitz hätte dem Philosophen Klaus Reinhardt einen solchen Preis gern verliehen, wenn es so etwas vor etwa 200 Jahren schon gegeben hätte.«
Der Carl von Clausewitz-Preis der Stadt Burg soll »in Würdigung der besonderen Verdienste innerhalb der Traditionspflege um Carl von Clausewitz« im Einvernehmen zwischen dem Burger Freundeskreis »Carl von Clausewitz« und der Stadt Burg verliehen werden. Mit der Übergabe des aus Glas bestehenden Preises ist keine Geldzuwendung verbunden.
|
|
|
Kommentar
Der Beginn einer »neuen Partnerschaft « zwischen Afrika und der EU?
Henning Bartels
mehr... |
|
|
|
|
 |
|
|
Umschau
01/2008:
Neuer Staatssekretär im BMVg
mehr...
01/2008:
Klima-Anzug für Panzerbesatzungen
mehr...
01/2008:
Führungsspitze bestätigt
mehr...
01/2008:
Erste F 125 ausgeliefert - als Modell
mehr...
01/2008:
ISIE - die neue Wissensplattform von ESG
mehr...
01/2008:
LEOPARD 2 bewährt sich gegen IEDs
mehr...
01/2008:
TAURUS KEPD 350 an Spanien
mehr ...
01/2008:
Rolls-Royce baut High-Tech Testzentrum
mehr...
01/2008:
Sieger bei Ausschreibung für Feldlager
mehr...
01/2008:
NH90-Hubschrauber für Frankreichs Heer
mehr ...
01/2008:
Eurofighter-Konsortium unter Vertrag für Saudi-Arabien
mehr ...
01/2008:
Netzwerkanteil für das Mobile Kommunikationssystem der Bundeswehr
mehr...
01/2008:
Nachweis des Link22-Konzepts
mehr...
01/2008:
Mit neuesten Identifiezierungssystem ausgerüstet
mehr ...
01/2008:
Studie zur Risikominimierung für UAV
mehr...
01/2008:
Carl von Clausewitz-Preis verliehen
mehr...
|
|
|
|
|
|
|
|
|