Mercedes-Benz Weltpremieren auf der EUROSATORY 2010
Paris. Mercedes-Benz stellte auf der EUROSATORY 2010 vier Weltneuheiten vor. Der Allrad-Bergetransporters ACTROS 4151 AK 8x8 Recovery (4151 = 41 Tonnen Nutzlast, 510 PS Leistung) wurde in einer bisher nicht vorgestellten Schutzklasse präsentiert. Das Fahrzeug erreicht nach STANAG 4569 im ballistischen Schutz den Level 4 und im Minenschutz den Level 4b. Aufbauend auf langjährigen Erfahrungen mit bei den kanadischen und australischen Streitkräften in Verwendung befindlichen Fahrzeugen sind die Systeme des hochgeschützten ACTROSs 4151 AK 8x8 weiter optimiert worden.
Als eine weitere Neuentwicklung war das Chassis FGA 14.5 als die neueste und leistungsstärkste Plattform für Geschützte Führungs- und Funktionsfahrzeuge zu sehen. Mit dem Special Chassis FGA 14.5 bietet Mercedes-Benz Herstellern von militärischen und zivilen Fahrzeugen eine neu konzipierte Fahrzeugplattform auf der Basis des bewährten Unimogkonzepts an. Das Mercedes-Benz Sonderfahrgestell FGA 12.5 wird als Plattform des KMW DINGO 2 seit Jahren erfolgreich in verschiedensten militärischen Missionen eingesetzt. Die hieraus gewonnenen Erfahrungswerte und veränderte Einsatzszenarien hinsichtlich Nutzlast, Mobilität und Zuverlässigkeit stellten die Grundlage für die Neuentwicklung des Sonderfahrgestells FGA 14.5 dar.
Die dritte Neuheit, genannt LAPV 6.X Concept, ergänzt das hochgeschützte und hochmobile Light Armoured Patrol Vehicles LAPV 5.4 der G-Klasse, dessen Serienproduktion für die Bundeswehr parallel zur EUROSATORY anlief. Das LAPV 6.X Concept-Fahrzeug erweiterte den LAPV 5.4 modular bei Schutz (Level 3), Offroadfähigkeit und insbesondere bei der Agilität und nutzt dabei maximal den Baukasten der G-Klasse. Als viertes „First“ zeigte das LAPV 7.X Concept-Fahrzeug die Symbiose der Eigenschaften zweier Mercedes-Benz Modellreihen. Motor/Getriebe und Cockpit stammen wie bei den beiden leichteren LAPV aus der G-Klasse, Rahmen und Achsen von der Unimog-Baureihe. Da das größere Fahrzeug LAPV 7.X auf den Unimog-Baukausten zugreift soll damit eine völlig neue Dimension der Hochgeländegängigkeit für ein Patrouillenfahrzeug eröffnet werden.
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Erfolgreicher Erstflug des Euro Hawk von Northrop Grumman und EADS
Palmdale, Kalifornien, USA. Das von der Northrop Grumman Corporation (NYSE-Kürzel: NOC) und EADS Defence & Security (DS) gebaute UAS (Unmanned Aerial System - Unbemannt Fliegendes System) Euro Hawk hat erfolgreich seinen Erstflug absolviert. Das UAS startete vom Fertigungsgelände von Northrop Grumman im kalifornischen Palmdale und stieg auf eine Flughöhe von 32.000 Fuß auf. Nach knapp zwei Stunden landete der Euro Hawk sicher auf der Edwards Air Force Base in Kalifornien.
Der Euro Hawk basiert auf dem Global Hawk in der Version RQ-4 Block 20. In Deutschland wird das Flugzeug mit einem neuen, von EADS Defence & Security entwickelten Missionssystem zur Signalaufklärung (SIGnal INTelligence - SIGINT) ausgestattet. Die dazugehörige Bodenstation mit Modulen für Start-, Einsatz- und Rückflugsteuerung stellt Northrop Grumman bereit. Im Rahmen einer integrierten Systemlösung liefert EADS Defence & Security darüber hinaus eine SIGINT-Bodenstation zum Empfang und Auswertung der vom Euro Hawk übermittelten Daten.
Mit einer größeren Spannweite als ein Verkehrsflugzeug, einer Flugdauer von 30 Stunden und einer maximalen Flughöhe von über 60.000 Fuß, ist der Euro Hawk ein interoperabler, modularer und kosteneffizienter Ersatz für die veraltenden bemannten Aufklärungsflugzeuge vom Typ Breguet Atlantic, die bereits seit 1972 im Dienst stehen.
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MASS weiter auf Erfolgskurs
Düsseldorf. Die Marinen der NATO-Staaten setzen auf das Schutzsystem MASS (Multi Ammunition Softkill System) von Rheinmetall Defence zum Schutz ihrer Flotten gegen Flugkörperangriffe. Mit dem weltweit modernsten Täuschkörpersystem für Fregatten, Korvetten, Minenjäger und Patrouillenboote hat sich Rheinmetall mit drei weiteren bedeutenden Aufträgen gegen die internationale Konkurrenz durchgesetzt. Rheinmetall Defence wurde von der Marine der Vereinigten Arabischen Emirate mit der Ausrüstung von Schiffen der Abu Dhabi Klasse beauftragt sowie darüber hinaus auch von Stealth-Schiffen der Falaj 2 Klasse. Darüber hinaus hat die Deutsche Marine den Auftrag zur Ausrüstung von vier Fregatten der Klasse F125 erteilt. Das Volumen der drei Einzelaufträge umfasst insgesamt rund 12,5 Mio. Euro.
Seit dem Markteintritt von MASS in 2002 wurden hiermit bislang Verträge über 158 Werfereinheiten abgeschlossen. Mit der Einführung in den nordamerikanischen Markt in 2009 im Zuge des kanadischen Upgrade-Programms für die HALIFAX Fregatten-Klasse konnte bereits ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zum NATO-Standard erreicht werden. MASS kann aufgrund seiner hohen Zuverlässigkeit und geringen Wartungsintensität die deutsche Fregattenklasse F125 mit ihren geplanten langen Stehzeiten im Einsatzgebiet von bis zu zwei Jahren in hervorragender Weise unterstützen. Als Führungsfregatte erhält die F125 für zukünftige Stabilisierungsverbände mit MASS einen adäquaten Schutz gegen Seezielflugkörper und asymmetrische Bedrohungen auch im küstennahen Bereich.
Lenkflugkörper und Raketen sind eine permanente Bedrohung für die zivile und die militärische Schifffahrt. MASS schützt Schiffe bei Angriffen moderner, sensorgelenkter Flugkörper auf hoher See, im Küstenbereich und bei terroristischen Attacken. MASS verschießt dabei Täuschmunitionen, die die Flugkörper vom Ziel ablenken. Das automatisierte Täuschkörpersystem MASS bietet erhebliche taktische, operative und logistische Vorteile und kann auf allen Schiffstypen installiert werden. Es kann in alle Führungssysteme integriert, aber auch als Stand-alone-Anlage betrieben werden. Die neuartige, programmierbare omni-spektrale Munition des MASS-Systems gewährleistet Schutz in allen relevanten Wellenlängen des elektromagnetischen R-Spektrums (Radar, Infrarot, Laser, EO, UV). Die Wirksamkeit wurde in zahlreichen internationalen Test-Kampagnen eindrucksvoll nachgewiesen.
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Unterwasserschwimmhilfe für Kampfschwimmer
Hamburg. Auf der diesjährigen UDT in Hamburg stellte die Gabler Maschinenbau GmbH erstmals den Entwurf für eine Unterwasserschwimmhilfe (UWSH) für die spezialisierten Einsatzkräfte der Marine vor. Da Kampftaucher oftmals eine Entfernung von mehreren Kilometern vom U-Boot bis zum Einsatzort zurückzulegen haben, wurde Gabler von der Wehrtechnischen Dienststelle für Schiffe und Marinewaffen, Maritime Technologie und Forschung (WTD 71) im Jahr 2007 im Rahmen eines Forschungs- und Technologieprojekts mit der Entwicklung eines geschlossenen angetriebenen Fortbewegungssystems beauftragt. Die neuartige Unterwasserschwimmhilfe befähigt die Spezialisierten Einsatzkräfte Marine, ihren Auftrag über größere Distanzen und mit erhöhter Geschwindigkeit zur erledigen und dabei Kräfte schonend in die Nähe des Zielorts zu gelangen. Dafür wurde eine leichte, aus einem Torpedorohr eines U-Boots verbringbare und einfach zu bedienende Lösung mit großer Reichweite sowie hoher Geschwindigkeit entwickelt, deren akustische Signatur die des U-Boots nicht überschreitet.
Das Fahrzeug wird immer von zwei Tauchern (eine Rotte) gemeinsam betaucht. Dabei nutzen die Taucher ihre Standardtauchausrüstung. Es ist jederzeit möglich, das Fahrzeug zu verlassen. Nach dem Einsteigen der Taucher in das Fahrzeug werden die Klappwände von innen geschlossen und verriegelt und nach Aktivierung der Steuerelektronik kann das Fahrzeug sofort losfahren. Die Taucher nehmen dabei standardmäßig eine Kopf-an-Kopf-Anordnung ein, wodurch eine permanente gegenseitige Überwachung gewährleistet wird. In dieser Anordnung haben beide Taucher Zugriff auf die Steuerungskonsole in der Mitte des Fahrzeugs. Alternativ können beide Taucher in Fahrtrichtung im Fahrzeug liegen.
Zwei Fahrzeuge können in einem Torpedorohr gestaut transportiert werden. Dabei wird ein kombinierter Teleskopier- und Klappmechanismus für die Fahrzeughülle angewendet. Im zusammengefahrenen Zustand hat die Unterwasserschwimmhilfe einen Störkantendurchmesser von 533 mm, also exakt dem Durchmesser eines Torpedos. Die Transportlänge beträgt max. 3,4 m. Im auseinander gefahrenen Betriebszustand weist die Schwimmhilfe eine Länge von ca. 5 m und einen Innendurchmesser von ca. 700 mm auf, so dass zwei Taucher auch für längere Zeiträume eine komfortable Körperhaltung einnehmen können. Für spezielle Einsätze ist ein Transportvolumen für zusätzliches Gepäck von bis zu 300 Liter vorgesehen. Als Navigationssystem wird als Mindestausrüstung das von den Marinetauchern genutzte Peilbrett mit Kompass, Tiefenmesser und Taucheruhr verwendet.
Das Fahrzeug ist in Leichtbauweise hergestellt. Der Rahmen mitsamt Teleskopmechanismus besteht aus einer leichten aber stabilen Aluminiumkonstruktion. Für die Formteile der Hülle wurde Faserverbundmaterial in Sandwichbauweise gewählt. Die Bedienung der Fahr- und Steuereinstellungen des Fahrzeuges wird an der Bedienkonsole vorgenommen. Dazu zählen insbesondere die Regelung der Gasstellung des Elektromotors, der auf einen zentral am Heck angeordneten Propeller wirkt, sowie die Einstellung des Höhen- und des Seitenruders, die sich in der Anströmung direkt hinter dem Propeller befinden. Die Ruder werden per Joystick-Steuerung über Servomotoren bewegt, so dass sämtliche Steuerbewegungen mit einer Hand an nur einem Steuerelement gefahren werden können. Die Energie bezieht die UWSH aus einer kompakten Lithium Ionen Batterie.
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Sevilla. Am 22. Juni 2010 hat Tom Enders, Airbus Präsident und CEO, erstmalig persönlich an einem A400M Testflug teilgenommen, um sich direkt von den Piloten und Ingenieuren über den Stand des A400M Flight Test Programms unterrichten zu lassen. Enders wollte „aus erster Hand ein Gefühl für die A400M, ihre Leistungsfähigkeit und ihre Herausforderungen gewinnen,“ so ein Airbus Sprecher. Enders zeigte sich nach dem Flug begeistert von der A400M und dem Flight Test Team. „Mich hat die Leistungsfähigkeit der A400M - nur sieben Monate nach ihrem Erstflug - enorm beeindruckt. Die Begeisterung der multinationalen Truppe aus Piloten und Ingenieuren ist ansteckend. Sie sagen der A400M eine große Zukunft voraus. Dem kann ich mich nur anschließen.“
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Erfolgreiche Übernahme der norwegischen Simrad Optronics ASA
Düsseldorf. Die Rheinmetall AG, Düsseldorf, hat die Übernahme der Simrad Optronics ASA, Nøtterøy/Norwegen, erfolgreich vollzogen. Nach dem am 6. Mai 2010 erfolgten öffentlichen Übernahmeangebot an die Aktionäre der Gesellschaft und dem Ende der Angebotsphase hat Rheinmetall die vollständige Übernahme der Simrad Optronics ASA jetzt abgeschlossen und hält nun 100 Prozent der Anteile. Hierzu ist der so genannte Squeeze-out gemäß den Bestimmungen des norwegischen Aktienrechts durchgeführt worden.
Simrad Optronics ASA, Nøtterøy/Norwegen, ist ein international operierender Anbieter von Komponenten für fernbedienbare Waffenstationen, von elektro-optischen Geräten und Upgrades von Waffen-Systemen. Mit rund 200 Beschäftigten erwirtschaftete die Gesellschaft 2009 einen Umsatz von rund 624 Mio. NOK (ca. 80 Mio. Euro). Der Technologiekonzern Rheinmetall ist mit seinen Sparten Defence und Automotive ein weltweit führender Anbieter auf dem Feld der militärischen Ausrüstung sowie in der Automobilzulieferung.
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Eurocopter unterzeichnet Vertrag mit Airbus für A350 XWB-Türen
Donauwörth. Die Zusammenarbeit von Airbus und Eurocopter hat eine neue Dimension angenommen, indem für den neuen Langstreckenflieger Airbus A350 XWB bei Eurocopter in Donauwörth die vertragliche Basis besiegelt wurde. Als Hauptauftragnehmer und Systemlieferant entwickelt und fertigt der führende Hubschrauberhersteller die Türen und Tore des jüngst angekündigten Großraumflugzeugs der Airbusflotte. Unter Anwesendheit vom Parlamentarischen Staatssekretär Peter Hintze und Dr. Lutz Bertling, Präsident und CEO Eurocopter, unterzeichneten Klaus Richter, Executive Vice President Procurement bei Airbus und Dr. Wolfgang Schoder, Vorsitzender der Geschäftsführung Eurocopter Deutschland den Vertrag für die Entwicklung, Produktion und Lieferung aller Passagiertüren und Frachttoren des A350 XWB. Der Auftrag im Wert von 1,5 Mrd. Euro ist ein weiterer Schritt, Synergieeffekte zwischen Hubschrauberproduktion und Bauweise von Flugzeugtüren und -toren voranzutreiben.
Mit dem Erhalt der vollen Entwicklungs- und Fertigungsverantwortung für alle A350 XWB Türen und Tore ist Eurocopter ein weiterer Meilenstein in seiner Ausrichtung als Systemanbieter gelungen. „Dieser A350 XWB-Vertrag mit Airbus und der heutige Startschuss für den Produktionsbeginn sind für die Zukunftsfähigkeit unseres Hauptstandortes in Deutschland von entscheidender Bedeutung“, so Lutz Bertling, CEO und Präsident der Eurocopter Gruppe. „Neben dem Hubschraubergeschäft ist das Gebiet der Flugzeugkomponentenfertigung unser zweites großes Standbein“, so Bertling weiter. „Der A350 XWB Vertrag beweist die Kompetenz und weltweite Wettbewerbsfähigkeit unseres Centers Flugzeugtüren und -tore in der zukunftsfähigen Compositetechnologie.“
Mit der Konzeption, Entwicklung und Serienvorbereitung sind bei Eurocopter seit 1997 über 150 Ingenieure beschäftigt; für das gesamte Auftragsvolumen der Türen und Tore der geplanten A350 XWB-Typenfamilie sind, zusammen mit unterbeauftragten Programmpartnern in Südkorea, knapp 1,5 Mrd. Euro veranschlagt. Investitionen, die sich lohnen: Die künftige Serienfertigung dieses Programms wird in Donauwörth und Region bis zu 500 Mitarbeiter beschäftigen, die Auslieferung erster Türen ist für Ende 2010 zunächst zu Testzwecken vorgesehen.
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Kooperation EADS Defence & Security und Terma
Ulm. EADS Defence & Security (DS) und das führende dänische Verteidigungsunternehmen Terma weiten ihre bestehende Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Sicherheits- und Verteidigungselektronik aus. DS und Terma unterzeichneten auf der Farnborough International Airshow einen Kooperationsvertrag über die gemeinsame Erforschung von Geschäftsmöglichkeiten im Bereich von Schutzsystemen für Flugzeuge, Radaren und anderer Elektronikausrüstung. Die Zusammenarbeit umfasst weiterhin weltweite Marketingaktivitäten mit einem besonderen Schwerpunkt auf dem US-amerikanischen Markt. Die beiden Unternehmen arbeiten bereits seit Jahren mit Erfolg zusammen.
„EADS Defence & Security und Terma verfügen über eine langjährige Erfahrung im Bereich hochmoderner Sicherheitselektronik“, erklärt Bernd Wenzler, CEO von Defence Electronics, einem integrierten Geschäftsbereich von DS. Derzeit arbeiten die beiden Unternehmen gemeinsam am elektronischen Selbstschutzsystem für die F-16-Kampfflugzeuge der dänischen Luftwaffe. Dieses System umfasst die MILDS®-F-Sensoren (MILDS F = Missile Launch Detection System for Fighter) von DS sowie die Systeme PIDS+ (Pylon Integrated Dispenser System), ECIPS+ (Electronic Combat Integrated Pylon System) und das EloKa-Managementsystem AN/ALQ-213 von Terma.
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Kärcher: 75 Jahre Innovation für den Kunden
Winnenden. Kärcher, der weltweit größte Reinigungsgerätehersteller, feiert in diesem Jahr sein 75-jähriges Bestehen. Alfred Kärcher gründete das Familienunternehmen 1935 in Stuttgart-Bad Cannstatt. Mit technischem Weitblick entwickelte der schwäbische Tüftler Tiegelöfen und elektrische Großtauchheizkörper für industrielle Zwecke. Als Alfred Kärcher keine Möglichkeit zur Weiterentwicklung mehr sah, verkaufte er die Patente und investierte den Erlös in den Kauf eines neuen Betriebsgeländes in Winnenden - wo das Unternehmen bis heute seinen Stammsitz hat. In den Folgejahren baut Kärcher das Geschäftsfeld der Spezialheizgeräte weiter aus. Die Entwicklung technisch komplexer Geräte wird nach dem Krieg abrupt unterbrochen, als mit einfachsten Mitteln neu begonnen werden muss. Das Unternehmen wird auf die Produktion von Dingen für den alltäglichen Bedarf im zerstörten Deutschland umgestellt. Von den amerikanischen Streitkräften erhält das Unternehmen den Auftrag, „steam cleaner“ zu warten und zu reparieren, die in den 20er-Jahren in den USA erfunden worden sind. Im eigenen Haus entwickelt Kärcher diese Technik weiter, vervollkommnet sie und präsentiert 1950 den ersten europäischen Heißwasser-Hochdruckreiniger KW 350 („Kochendwasser-reiniger 350“). Er markiert den Einstieg in den Reinigungsgerätemarkt und den Grundstein für das spätere Hauptgeschäftsfeld des Unternehmens. Nach seinem Tod 1959 bleibt Irene Kärcher mit einem Unternehmen zurück, das 1959 schon 250 Beschäftigte zählte. Ohne Erfahrung in der Leitung eines solchen bereits mittelständischen Betriebs nimmt sie die Herausforderung an und treibt die Internationalisierung voran. Heute ist Kärcher in 45 Ländern mit Tochtergesellschaften vertreten. Ab 1980 richtet sich das Unternehmen auf den gesamten Grundbedarf Reinigung in den Bereichen Transport und Gebäude aus. Kärcher entwickelt sich zum Systemanbieter und setzt bis heute weltweit Maßstäbe in unterschiedlichsten Produktgruppen und Anwendungsgebieten. Ein weiteres einschneidendes Jahr in der Firmengeschichte ist 1984: Kärcher stellt mit dem HD 555 den weltweit ersten tragbaren Hochdruckreiniger für Privathaushalte vor und schafft damit einen komplett neuen Markt.
Seit dem Jahre 2005 fungiert die Kärcher Futuretech GmbH als selbstständige Tochter der Alfred Kärcher GmbH & Co. KG. Als weltweit anerkannter Spezialist für Schutz- und Versorgungssysteme betreibt sie die Geschäftsfelder Materialerhaltung, ABC-Schutz, ABC-Schutzbekleidung, Feldlager, Wasseraufbereitung und Mobile Verpflegung. Innovative Systeme auf dem neuesten Stand der Technik und ein vollständiges Produktsortiment machen Kärcher Futuretech zum Weltmarktführer für „Professionelle Systeme für Friedenskräfte“.
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Kommentar
Eine mutige Entscheidung zum Kosovo
Henning Bartels
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