|
Migration der Struktur des Kommandobereichs Die Unterstellung der bisherigen Dienststellen und Verbände der Fm/EloAufkl der Teilstreitkräfte und des bodengebundenen EK der Bundeswehr unter das Kdo StratAufkl ist formal bereits erfolgt. Am 26. März 2002 wurde der Marinefernmeldestab (MFmStab) 70 unterstellt; es folgten die Fm/EloAufklBrigade 94 des Heeres am 14.Juni 2002 und der Fernmeldebereich 70 der Luftwaffe am 24. Juni 2002. Die interne Umgliederung und gleichzeitige Umbenennung in Fernmeldebereiche (FmBer) 91 bis 93 begann am 1. Juli 2002. Der weitere Um- und Aufbau, aber auch die Auflösung der in der neuen Struktur nicht mehr vorgesehenen Verbände und Einheiten, erfolgt zeitlich gestaffelt unter der truppendienstlichen und fachlichen Führung des KdoStratAufkl. Wesentliche Meilensteine sind in diesem Prozess:
Kommandostab mit Truppendienst- und Fachaufgaben Zur Erfüllung seiner vielfältigen Aufgaben verfügt der Stab des KdoStratAufkl nach Einnahme der Zielstruktur, neben den querschnittlichen Stabselementen S1 bis S6 sowie einer Truppenverwaltung (TrV) zur Wahrnehmung truppendienstlicher Aufgaben, über sechs Fachabteilungen. Die allgemein truppendienstlichen Aufgaben und die spezifischen Fachaufgaben des Führungsgrundgebiets 3 sind aus Synergiegründen in der Abteilung "Einsatz StratAufkl/G3" abgebildet. Durch die "Einsatzführung" werden die Einsatzlage der Strategischen Aufklärung bewertet und die einschlägigen Aufgaben im Rahmen der Einsatzplanung und Befehlsgebung für Einsätze und Übungen wahrgenommen. Hier erfolgt außerdem die Auswertung von Einsätzen und Übungen. Die "Einsatz- und Meldezentrale (EMZE)", als quasi "Spinne im Netz" des Informationsverbunds, ist "rund um die Uhr" als zentrale Ansprechstelle verantwortlich für das Auswerten und aktuelle Bearbeiten aller Aufklärungsforderungen an das KdoStratAufkl, für die fachliche Steuerung des unterstellten Bereichs, das Führen der aktuellen Aufklärungslage sowie für die kontinuierliche Meldungserstattung im Fachbereich der "Strategischen Aufklärung". Die Zusammenführung aller Auswerteergebnisse der signalerfassenden und abbildenden Technischen Aufklärung des KdoStratAufkl erfolgt Medien-, Quellen- und Interessengebiets-übergreifend im Dezernat "Auswertung und Berichte". Die Zuarbeit für das BMVg in konzeptionellen Grundsatzangelegenheiten der Fm/EloAufkl, des EK und der SGA ist Hauptaufgabe der Abteilung "Weiterentwicklung". Zu dem breiten Aufgabenspektrum dieser Abteilung gehören auch das Erarbeiten von Grundsätzen für Führung und Einsatz, die Erstellung von Grundlagen für die Ausbildung sowie das Vorbereiten und Begleiten von Beschaffungsvorhaben. Effiziente Fm/EloAufkl und wirksame EK-Maßnahmen setzen Kenntnisse über technische Parameter und betriebliche Verfahren der Aufklärungsziele sowie über Führungs- und Waffensysteme in den Interessen- und Zielgebieten voraus. Der erforderliche Umfang eigener Aufklärungskräfte, die Wahl ihrer Mittel und deren Einsatzverfahren hängen wesentlich von Qualität und Quantität vorhandener Grundlagenkenntnisse ab. Die zentrale und bereichsübergreifende Grundlagenarbeit für die Fm/Elo Aufkl und den EK findet in der Abteilung "Grundlagen" statt. Hier werden auch die Daten für die Weitergabe an internationale "SIGINT- und EW-Organisationen" sowie an die nationalen Bedarfsträger für den EK in den Teilstreitkräften aufbereitet. Als zentrales Organisationselement für die Bundeswehr führt "Entzifferung" Aufgaben zur Klärung von Kryptoverfahren sowie zur Feststellung und Bewertung der Kryptolage durch. Gemeinsames Auswertesystem Fm/EloAufklBw Ein wesentliches Aufgabenfeld bei der Zusammenführung der EloKa-Kräfte im KdoStratAufkl liegt im Aufbau eines gemeinsamen IT-gestützten Auswertesystems. Die zentralen Kräfte für Betrieb und Unterstützung der IT-Systeme im KdoStratAufkl werden deshalb in einem neuen Organisationselement, der Abteilung "Systemsteuerung StratAufkl (GAST)", aufwachsen (ab ca. 2005/2006). Neue Komponente: Für die Bundeswehr ist der uneingeschränkte und unabhängige Zugriff auf ein System der satellitengestützten Aufklärung (SGA) zur Erfüllung ihres Auftrages unverzichtbar. Das "nicht-intrusive" abbildende Radar-Aufklärungssystem SAR-Lupe (Synthetic Aperture Radar), das jederzeit ohne Verletzung von Hoheitsrechten und witterungs- sowie tageszeitunabhängig aufklären kann, ist besonders geeignet, ohne eskalierende Wirkung Informationen über krisenhafte Entwicklungen zu gewinnen. Es besteht aus dem Raumsegment mit insgesamt fünf Satelliten auf drei Umlaufbahnen, dem Satellitenbodensegment mit Satellitenkontrolle, Datenempfang und Bilderzeugung und dem Nutzerbodensegment mit allen nutzerbezogenen Funktionen der Auftragssteuerung und Auswertung. Das System ist auch als nationaler deutscher Beitrag für ein künftiges europäisches Aufklärungssystem vorgesehen und wirkt hier komplementär zu optischen Sensoren von Partnern, insbesondere zum französischen Satellitensystem HELIOS. Nach Schaffung der haushaltsrechtlichen Voraussetzungen im Dezember 2001 und anschließender Unterzeichnung des Vertrags über Beschaffung und Betrieb des satellitengestützten Aufklärungssystems "SAR-Lupe" steht das Vorhaben als Pilotprojekt des neuen Material-Entstehungsgangs der Bundeswehr, CPM 2001 (Costumer, Product, Management), in der Realisierung. Die Abteilung "Satellitengestützte Aufklärung" im KdoStratAufkl wird im Wesentlichen bestehen aus Auftragserfassung, -steuerung und Kontrolle, Auswertung sowie einem Anteil zur Sicherstellung des Betriebs. Die erste Ausbaustufe soll bis Mitte 2004 beendet sein. Der Vollausbau des gesamten Nutzerbodensegments wird zur Herstellung der Einsatzbereitschaft bis Mitte 2005 führen. Mehrwert erzielen Die Neuordnung der FmEloAufkl und des EK der Bundeswehr beschränkt sich nicht auf "einfache Klapplösungen". Um Mehrwert insbesondere hinsichtlich Reaktionsfähigkeit, Aktualität und Zuverlässigkeit in der Informationsgewinnung sowie bei der Einsatzbereitschaft und Durchhaltefähigkeit der EloKa-Kräfte zu erzielen, sind innovative Lösungsansätze gefragt. Insbesondere die Möglichkeiten aus der Kombination unterschiedlicher Sensoren zur Abdeckung des gesamten Elektromagnetischen Spektrums werden verfolgt und zeigen bereits jetzt ein hohes Potenzial an Synergie. Dies gilt es im Sinne der Verbesserung der Informationsgewinnung für die Lagebearbeitung, aber gerade auch für den Schutz der eigenen Truppen (Force Protection) zu nutzen. Das Modell des Prozesses der signalerfassenden und abbildenden Aufklärung als geregelter Steuerkreis zeigt, dass hierin jedes Element seine unverzichtbare Funktion im Gesamtgefüge wahrzunehmen hat. Aufklärungsforderungen vor allem des ZNBw setzen folgenden Prozess in Gang: Die Forderung wird im Kommandostab und seinen Abteilungen geprüft, mit eigenen Erkenntnissen/Grundlagendaten angereichert und dann als Auftrag Interessengebiets-orientiert an den unterstellten Bereich gegeben. Dessen Ergebnisse oder auch solche der eingesetzten Eloka-Kontingente werden mit Erkenntnissen von Partnern korreliert und als Aufklärungsergebnis den Bedarfsträgern zur Verfügung gestellt. Bei der Auslegung und Bewertung der Prozesse der signalerfassenden und abbildenden Technischen Aufklärung gilt es nicht nur die hohe Komplexität der internen Teilprozesse, sondern auch die vielfältigen Abhängigkeiten der Einbindung und Kommunikation im Verbund des MilNW zu berücksichtigen. Dies alles, zusammen mit der rasanten technischen Entwicklung auf dem Gebiet der Elektronik und IT (Informationstechnik), gerade auch bei Kommunikations- und Datenübertragungsverfahren, bedarf der ständigen Beobachtung und Defizitanalyse. Daraus wiederum leiten sich Forderungen und Maßnahmen zur Anpassung, Weiterentwicklung und Nachsteuerung der Aufklärungsprozesse ab. Das Einstellen und Nachsteuern ("Tuning") dieser Regelkreise erfordert sowohl interoperable Prozessstrukturen als auch sach- und fachkundige Experten auf allen Ebenen und in allen Bereichen des Kommandos. Fähigkeiten zur schnellen Reaktion (Ouick reaction Capability=QRC), um die personelle und materielle Einsatzbereitschaft für den und auch im Einsatz sicherzustellen, sind für eine wirkungsvolle, erfolgreiche Technische Aufklärung unverzichtbar. Sie liegen beim KdoStratAufkl in einer Hand. Perspektiven Das KdoStratAufkl befindet sich noch in einer Phase des Aufbaus, der sich insgesamt bis weit in das Jahr 2004, bzgl. der Realisierung von SAR-Lupe und GAST sogar bis voraussichtlich 2005/2006 erstrecken wird. Nach Erreichen der vollen Arbeits- und Einsatzfähigkeit wird das KdoStratAufkl sowohl den Forderungen aus dem Bereich der Bundeswehr als auch seinen ressortübergreifenden und gegebenenfalls internationalen Verpflichtungen im vollen Umfang nachkommen. Die Umsetzung der Planungen für den Aufbau des Kdo StratAufkl liegt derzeit voll im Zeitplan. Ich bin zuversichtlich, dass auch die weiteren noch erforderlichen Maßnahmen termingerecht durchgeführt werden. Unsere Aufgaben im Bereich der Informationsgewinnung und -bereitstellung mit signalerfassenden und abbildenden Sensoren werden auch weiterhin unter der zentralen Informationsmanagement-Verantwortung des ZNBw für die Nachrichtengewinnung und Aufklärung im Militärischen Nachrichtenwesen stehen. Mit dem KdoStratAufkl ist bereits jetzt eine tragende Säule des umstrukturierten Bereichs Militärisches Nachrichtenwesen entstanden, die sowohl für die Unterstützung der Lagebearbeitung und Lagebeurteilung als auch gerade für den Einsatz und den Schutz von Kräften der Bundeswehr unverzichtbare Beiträge liefert. Brigadegeneral Dipl.-Inform. Kurt Herrmann ist Kommandeur des Kommando Strategische Auflärung der Bundeswehr. |
|
![]() |
||||
| more... | ||||||
![]() |
||||||
| more... | ||||||
![]() |
||||||
| more... | ||||||
![]() |
||||||
| more... | ||||||
![]() |
||||||
| more... | ||||||
![]() |
||||||
| more... | ||||||





